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Top 10 Höhlen in Griechenland

Griechenland liegt fast vollständig auf Kalkstein. Das Ergebnis ist eine außerordentliche Höhlendichte — über 12.000 bekannte Höhlen im gesamten Land, von denen nur ein kleiner Teil erschlossen ist. Die bekanntesten verbinden geologische Sehenswürdigkeit mit direkten Bezügen zur griechischen Mythologie, zur Prähistorie und zur antiken Kultpraxis. Alle hier genannten Höhlen sind auf der Karte zu finden.

1. Höhlen von Diros (Mani, Peloponnes)

Karsttyp: Kalkstein, mit unterirdischen Seen und Flusssystemen. Die Höhlen Vlychada und Alepotrypa bilden das Diros-System. Vlychada wird per Ruderboot auf dem Untergrundfluss befahren — eine der spektakulärsten Bootsfahrten in einer europäischen Höhle. Länge des Bootabschnitts: ca. 1.300 m. Alepotrypa wurde von der Jungsteinzeit bis etwa 3.200 v. Chr. als Siedlung und Begräbnisstätte genutzt; ein Erdbeben verschloss den Eingang. Museum direkt vor Ort. Besuchszeit: täglich außer Dienstag.

2. Petralona-Höhle (Chalkidiki, Nordgriechenland)

Karsttyp: Kalkstein, entdeckt 1959 durch Einwohner des Dorfes Petralona. Bedeutung: 1960 wurde darin ein vollständiger Schädel eines archaischen Menschen gefunden — heute als Homo heidelbergensis oder früher Homo sapiens klassifiziert, auf 200.000 bis 700.000 Jahre datiert (umstritten). Damit das älteste menschliche Fossil Griechenlands. Hauptformationen: bunte Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterbecken. Anthropologisches Museum im Besucherzentrum.

3. Melissani-Seehöhle (Kefalonia, Ionische Inseln)

Karsttyp: Einsturzhöhle mit teilweise offenem Dach. Das Dach kollabierte vor ca. 5.000 Jahren; der verbleibende Teil ist bedeckt. Der Untergrundse ist das bekannteste Merkmal: in der Mittagszeit fällt Sonnenlicht durch die offene Deckenluke und taucht das azurblaue Wasser in türkisfarbenes Licht. Das Wasser stammt aus dem nahen Meer — der Karstkarst ist mit dem Ionischen Meer verbunden. Besuch per Ruderboot.

4. Drogarati-Höhle (Kefalonia, Ionische Inseln)

Karsttyp: Kalkstein-Karsthöhle, entdeckt nach einem Erdbeben vor etwa 300 Jahren. Hauptkammer: die "Halle der Odyssee" mit 900 m² Grundfläche und sehr guter natürlicher Akustik — gelegentlich als Konzertlocation genutzt. Dichte orangefarbene und cremige Stalaktiten. Tiefe: 45 m unter der Oberfläche. Kefalonia ist über eine Fähre von Patras oder Killini erreichbar.

5. Perama-Höhle (Ioannina, Epirus)

Karsttyp: Kalkstein, entdeckt 1940 während des griechisch-albanischen Krieges, als Zivilisten Luftschutz suchten. Länge: 1.100 m, davon 500 m zugänglich. Formationen: über 850 verschiedene Stalaktiten- und Stalagmitentypen, darunter ungewöhnliche seitliche Wachstumsmuster. Lage: direkt über dem Pamvotis-See, 6 km nördlich der Stadt Ioannina, wo sich auch die Insel des Ali Pascha befindet.

6. Vlychada-Diros-Bootstour (Mani, Peloponnes)

Vlychada ist Teil des Diros-Systems (siehe Rang 1) und verdient eine eigene Erwähnung wegen der Bootstour-Erfahrung: 30 Minuten auf dem unterirdischen Gewässer, der Bootsführer stakt mit einem Stab an den Wänden. Die Reflexionen der Stalaktiten im stillen Wasser sind eines der eindrucksvollsten visuellen Erlebnisse in europäischen Schauhöhlen.

7. Castle of the Hellenes (Kefalonia, Ionische Inseln)

Karsttyp: Lavaröhre-ähnliche Kalksteinhöhle in der Nähe von Sami. Mykenzeitliche Scherben und archäologische Befunde deuten auf Nutzung in der Bronzezeit hin. Die Höhle ist lokal als griechischer Nationalwiderstandsort bekannt. Zugang über einen kurzen Wanderweg; nicht elektrifiziert, eigene Lichtquelle empfohlen.

8. Idäische Höhle (Ida-Gebirge, Kreta)

Karsttyp: Kalkstein, auf 1.498 m Seehöhe im Psiloritis-Massiv. Antike Kultstätte: Nach griechischer Mythologie wurde Zeus hier im Verborgenen aufgezogen. Archäologische Funde belegen Nutzung als Kulthöhle vom Neolithikum bis in die byzantinische Zeit. Votivgaben aus dem 10. bis 7. Jahrhundert v. Chr. im Archäologischen Museum Heraklion. Zugang über eine gute Straße bis 1.400 m, dann zu Fuß.

9. Antiparos-Höhle (Kykladen, Ägäis)

Karsttyp: Kalkstein-Tropfsteinhöhle. Bekannt seit der Antike; Karl II. von Österreich besuchte die Höhle 1673. Lord Byron hinterließ eine Inschrift (später entfernt). Der Hauptsaal ist eine der größten natürlichen Kammern der Ägäis. Heutige Tiefe: 70 m, per Treppen zugänglich. Liegt auf der kleinen Insel Antiparos, erreichbar per Fähre von Paros.

10. Limnon-Höhle (Kalavryta, Peloponnes)

Karsttyp: Kalkstein, entdeckt 1964. Länge: 1.000 m, davon 500 m zugänglich. Besonderheit: mehrere unterirdische Seen in verschiedenen Tiefen, die der Höhle ihren Namen "Höhle der Seen" gaben. Hauptformationen: Sinterkaskaden und Mondmilchfelder. Lage: nahe Kalavryta in den nördlichen Peloponnes-Bergen, erreichbar auch per historischer Zahnradbahn von Diakofto.

Planung eines Höhlenbesuchs in Griechenland

Griechische Schauhöhlen haben kürzere Sommersaisons als mitteleuropäische — viele schließen Oktober bis März oder haben stark reduzierte Öffnungszeiten. Die Kombination zweier ionischer Inseln (Melissani und Drogarati auf Kefalonia) mit einer Fahrt zu den Diros-Höhlen auf dem Peloponnes ergibt eine natürliche Dreitage-Route für Höhleninteressierte im griechischen Frühling.