Höhle von Lascaux im Detail
Lascaux im Vezere-Tal der Dordogne enthält einige der schönsten jungpaläolithischen Höhlenmalereien überhaupt. Seit 1963 für die Öffentlichkeit gesperrt; Besucher sehen heute die originalgetreue Replik Lascaux IV von 2016.
Entdeckung
Vier Jugendliche — Marcel Ravidat, Jacques Marsal, Georges Agniel und Simon Coencas — fanden die Höhle am 12. September 1940 beim Erkunden eines durch Baumwurzeln freigelegten Lochs nahe Montignac. Abbé Henri Breuil bestätigte die Echtheit binnen Wochen.
Die Bilder
Rund 600 Malereien und 1.500 Gravierungen, datiert auf 15.000–17.000 BP (Magdalénien und früheres Solutréen). Pferde, Auerochsen, Hirsche, Steinböcke, ein einziger Bär — und der berühmte "Saal der Stiere".
Konservierungskrise
1948 kommerziell geöffnet, schädigten ab 1955 1.200 tägliche Besucher mit CO₂ die Bilder. 1963 schloss André Malraux die Höhle. Schimmelbefall (Fusarium, Schwarzschimmel) bedroht die Bilder bis heute.
Die Repliken
Lascaux II (1983) bildete Stiersaal und Axialgalerie nach. Lascaux III (2012) war Wanderausstellung. Lascaux IV (2016) reproduziert die gesamte bemalte Höhle 1:1.
Bedeutung
Lascaux ist der Referenzort für magdalénienzeitliche Kunst und verankert Interpretationen zu Symbolik, Technik und Funktion bemalter Höhlen.
Besuch Lascaux IV
Direkt neben der Originalhöhle in Montignac. Multimedialer Einstieg, Volltour der Replik, Ausstellungen zur Eiszeitkunst. Im Sommer Buchung empfohlen.
Auf der Karte erkunden
Lascaux auf der interaktiven Karte.